Vom hohen Mittelalter bis ins späte 18 Jahrhundert war Tettnang die Residenzstadt der Grafen Montfort. Ein übermaß an Prunksucht und ständige Erbteilungen schwächte das Grafengeschlecht derart, daß im Jahre 1780 die Herrschaft an Österreich abgetreten werden mußte.
Drei montfortische Schlösser und zwei markante Straßenzüge zwischen ihnen sind Zeugnisse dieser Zeit und bilden den Stadtkern des heutigen Tettnangs. Das Schloß bildet am Rande der Hügellandschaft eine weithin sichtbare Landmarke die selbst vom schweizer Nachbarland zu erkennen ist. Der 1713 konzipierte quadratische Grundriß mit seinen ebenfalls 4 quadratischen Treppenhäusern fand im Jahre 1730 zu einem vorläufigen Abschluß. Tetnanger Ansicht 1694 mit Schlossruine
Im Jahre 1753 brannte das Schloß gänzlich aus. Den Namen " Neues Schloß " verdankt der Bau den Bemühungen die ab dem Jahre 1758 in den leergebrannten Zimmern und Kabinetten stattfanden. Hier ist der geniale Stukkateuer Joseph Anton Feuschtmayer zu nennen, der von 1758 - 1760 im Neuen Schloß für die Arbeiten in den fünf Zimmern des Stadtflügels , den anschließenden Erkerkabinetten und den zugehörigen Treppenhäusern verantwortlich war.
1297 wurde der montfortischen Gründung Tettnang das Lindauer Stadtrecht verliehen. Das Lindauer Stadtrecht wurde seinerzeit an Städte verliehen, die zum Zeitpunkt der Verleihung nicht reichsfrei waren. So erhielten neben Tettnang die ebenfalls montfortischen Gründungen Feldkirch um 1220/30 und Langenargen 1453 sowie die damals waldburgische Stadt Isny 1281 das Lindauer Stadtrecht.

700 Jahre Stadt Tettnang 1297 - 1997

1997 war das Jubiläumsjahr der Tettnanger. In nur eineinhalb Jahren wurde das Montfort-Museum völlig neu konzipiert, umgebaut und eingerichtet. Es hat sich damit vom klassischen Heimatmuseum in ein modernes Museum der Tettnanger Geschichte verwandelt.
Wenn Sie mehr über Tettnang erfahren möchten:
KARL-HEINZ BURMEISTER: GESCHICHTE DER STADT TETTNANG
ISBN-NR. 3-87940-595-6
Erschienen im Universitätsverlag Konstanz