Hopfen - Humulus lupulus
Familie der Hanfgewächse - Cannabaceae

Die Heimat des Hopfens ist Osteuropa. Seit dem achten Jahrhundert ist er über ganz Mitteleuropa, Mittel- und Nordasien verbreitet und wird heute in allen Ländern der gemäßigten Zone angebaut. Der Name "Hopfen" stammt vermutlich von dem alemannischen "Hupp(en)" ab, was buschige Quaste bedeutet.

Im Altertum war der Hopfen als Arzneimittel unbekannt. Seit dem frühen Mittelalter dient er zur Aromatisierung des Bieres und zugleich der Konservierung, da einige Bitterstoffe antibakteriell wirken. Hildegard von Bingen nennt ihn zum ersten Mal: "Er macht zwar den Menschen traurig und trocknet seine Eingeweide aus. Aber er ist wegen seiner Bitterkeit dienlich, Getränke haltbar zu machen." 1813 wurden die Hopfendrüsen von dem Pariser Apotheker Planche als Beruhigungsmittel eingeführt.

Der Hopfen ist zweihäusig. Kultiviert werden nur die weiblichen Pflanzen, die ausschließlich vegetativ vermehrt werden. In der Nähe von Kulturen sich ansiedelnden männlichen Pflanzen werden ausgerottet. Dadurch wird eine genetische Aufspaltung verhindert, die den Verlust wertvoller Zuchtmerkmale, wie Aroma und hoher Bitterstoffgehalt, nach sich ziehen würde.

Verwendeter Pflanzenteil
Hopfenzapfen - Strobuli Lupuli, Hopfendrüsen - Glandulae Lupuli.

Inhaltsstoffe
Bis 1,7 Prozent ätherisches Öl; kristallisierbare Bitterstoffe, insbesondere Humulon und Lupulon; Gerbstoffe. Während der Drogenlagerung spalten Humulon und Lupulon einen C5-Alkohol (2-Methyl-3-buten-2-ol; Abkürzung: MB) ab. Der MB-Gehalt des Hopfens erreicht nach zweijähriger Lagerung bei Raumtemperatur sein Maximum (ca. 0,15 Prozent). Es handelt sich dabei um eine leichte und flüssige Substanz mit beruhigender Wirkung, die von der Droge in die umgebende Atmosphäre abgegeben wird. - Zum besseren Einschlafen wurden früher Hopfenkissen ins Bett gelegt.

Eigenschaften
Beruhigend, möglicherweise harntreibend, keimhemmend (äußerlich).

Anwendungsgebiete
Nervosität, leichte Schlafstörungen, nervöse Magenbeschwerden.

Nebenwirkungen
Sind bisher keine bekannt.

Quelle: Hopfen medizinisch